Pressemitteilung – „Jud Süß“

Wormser Zeitung zu „Jud Süß“

Erst Romeo, dann Chefankläger

11.06.2011 – WORMS

Von Wolfgang Bürkle

SEBASTIAN ACHILLES Schauspieler genießt entspannte Atmosphäre in Worms

Vom Emporkömmling zum Chefankläger: Sebastian Achilles vollzieht mit seiner Rolle des August von Götz einen der dramatischsten Wandel im Stück. „Der Charakter, den ich spiele, zeichnet sich nicht durch seine individuellen Qualitäten aus – sondern allein durch seine Mutter, die ihn nach oben bringt. Vom Niemand wird August von Götz ein Vertrauter von Jud Süß – am Ende klagt er diesen an, er spricht das Urteil, er richtet ihn“, fasst der 30-Jährige seine Rolle zusammen. Aggressiv und brutal muss er sich so am Ende geben: „Obwohl es ja immer heißt: Man soll nicht die Hand beißen, die einen füttert.“

Sebastian Achilles hat trotz seiner 30 Jahre schon viele Rollen gespielt – sowohl auf der Bühne als auch in Film und Fernsehen. Er gab den Romeo, er spielte bei „Unser Charly“ mit und war im mehrfach preisgekrönten Film „Rammbock“ auf der Leinwand zu sehen. Schon während seiner Schauspielausbildung an der Universität der Künste in Berlin verfolgte er die Anfänge der Wormser Festspiele: „Es war Pflichtprogramm für mich, die Festspiele zu verfolgen, auch wenn ich die Inszenierungen dann nur im Fernsehen gesehen habe. Aber schon die vielen Stars waren großes Kino.“ Spannend findet er es, dass das Nibelungenthema über Jahre hinweg aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet wird. „Es ist wie ein Baum mit vielen Ästen, mal Tragödie, mal Komödie, mal etwas ganz anderes. Die Jud-Süß-Geschichte bringt jetzt noch einen gänzlich anderen Aspekt dazu“, ergänzt er. Schon länger stand er in Kontakt mit Dieter Wedel, eine direkte Zusammenarbeit mit ihm gab es jedoch noch nicht. „Aber jetzt bin ich froh, dass es geklappt hat. Ganz nach dem Motto: Was lange währt, wird endlich gut“, schmunzelt er.

Die Stadt Worms hat es Sebastian Achilles dabei direkt angetan: „Ich war vorher noch nie hier, aber ich finde die Atmosphäre hier unglaublich entspannt – Worms hat ein richtig mediterranes Flair. Es erinnert mich an Italien.“ Während der Probenzeit will er denn nun auch die Stadt besser kennen lernen – und auch mal die ein oder andere Runde im Heinrich-Völker-Bad drehen.

http://www.wormser-zeitung.de/special/nibelungen/10840227.htm